Digitale Medienpraxis: Digitale Bilder

Masterklasse IV

Einprägsame Kunst
Pia Stejskal



Alle Bilder der Serie wurden mit einem Programm in der Programmiersprache Python erstellt. Die Bearbeitung erfolgt auf Basis der RGB-Anteile jedes einzelnen Bildpunkts. Die Pixel am linken und rechten Rand werden nicht betrachtet und unverändert übernommen.
Beginnend mit dem zweiten Bildpunkt der ersten Zeile werden nun die Unterschiede der RGB-Komponenten zum rechten Nachbarpixel verglichen und gespeichert. Aus diesem Vorgehen ergeben sich nun 3 Werte für die Abweichung, das Delta, zwischen den benachbarten Pixeln. Die Summe dieser Abweichungen wird anschließend mit einem konfigurierbaren Schwellenwert abgeglichen.
Wird dieser Schwellwert überschritten, so werden separat die RGB-Deltas auf den zweiten Pixel der ersten Zeile des Zielbilds addiert. Anschließend werden die RGB-Werte auf den erlaubten Wertebereich 0-255 gestutzt. Beim rechten Nachbarn dieses Bildpunkts werden die ermittelten RGB-Unterschiede vom Ausgangszustand abgezogen. Auch hier wird anschließend der Wert auf 0-255 angepasst. Dieser Vorgang wird für alle Pixel, die sich nicht am rechten oder linken Rand befinden, wiederholt. Die Berechnung jedes kombinierten Bildes dauert circa 17 Sekunden.
Dadurch entsteht der Eindruck, dass das eine Gemälde in das andere hineingeprägt ist. So ist Da Vincis »Mona Lisa« plötzlich im Pinselstrich von van Goghs »Starry Night« gemalt und Klee hat aus seiner »FishMagic« die »Composition VIII« von Kandinsky herausgeschnitzt.
Leider eignen sich nicht alle Gemälde als »geprägte« bzw. »zu prägende« Bilder. Die »Starry Night« kann perfekt in nahezu jedes andere Bild geprägt werden, ist jedoch viel zu dominant, sodass andere Motive in ihr völlig untergehen. Gegenteilig verhält es sich mit Friedrichs „Mönch am Meer“. Während die Strukturen anderer Gemälde in ihm gut zur Geltung kommen, ist Friedrichs Kunstwerk in anderen Bildern nicht zu erkennen.
Dies ist dem gewählten Vorgehen geschuldet: Bilder müssen ausreichend starke, farbliche Übergänge beinhalten, die anschließend übertragen werden können. Schwache und graduelle Farbänderungen sind im Resultat kaum sichtbar, auch wenn man den angelegten Schwellenwert entsprechend wählt.


© Pia Stejskal 2019